| Geschichte von Lohn | |||||||||||
| Quelle: "Die Gemeinden des Kantons Graubünden", Verlag Rüegg | |||||||||||
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Bezirk: Hinterrhein Kreis: Schams Lohn ist die höchstgelegene Gemeinde des Schams, liegt in sonnenreicher und herrlicher Aussichtstage und wurde erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts als «Laune» und «Lune» erwähnt. In Lohn amteten früher einige illustre Pfarrherren: So von 1596 bis 1599 der Vater von Jürg Jenatsch und von 1686 bis 1688 Christian Caminada, der das Alte Testament ins Sutselvische übersetzte. 1850 hatte Lohn ein nie mehr erreichtes Maximum von 97 Einwohnern aufgewiesen, war aber 1988 Mit 28 Einwohnern die zweitkleinste Gemeinde Graubündens. Dafür ist die Zahl der Kinder seit 1985 stetig angestiegen. Die Kirche mit den zwei Türmen Schon im Frühmittelalter muss Lohn besiedelt gewesen sein, denn im karolingischen Reichsguturbar von 831 ist eine Kirche mit 360 Aren Acker- und 140 Aren Wiesland erwähnt. 1219, als in Zillis Friedensverhandlungen mit Chia-venna geführt wurden, war Lohn durch zwei Delegierte vertreten. Da ein Delegierter 100 Einwohner vertrat, muss Lohn damals bedeutend mehr Einwohner gehabt haben. Es kann auch nachgewiesen werden, dass in dieser hoch gelegenen Siedlung im Mittelalter Korn angebaut wurde. Gotteshaus mit zwei Türmen 1460 begann die Loslösung von der Mutterkirche St. Martin in Zillis mit der Stiftung einer «ewig Mess in der benannten unser Frowen Capell zu Laun». Da gleichzeitig eine Verordnung für den Kaplan erlassen wurde, muss es sich um eine Kaplanei gehandelt haben. 1538 erfolgten die Bildung einer eigenen Pfarrgemeinde am oberen Schamserberg und die vollständige Loslösung von Zillis. Etwas später schloss sich auch Lohn der Reformation an. Seit 1887 wird die Gemeinde von Zillls aus betreut. Lohn besitzt ein eigenartiges Gotteshaus, denn es verfügt über zwei Türme, was auf zwei Bauten aus völlig verschiedenen Epochen schliessen lässt. Die erste Anlage bestand vermutlich im 12. Jahrhundert, 1460 erfolgte der Umbau des Chores – in dieser Zeit wird die Kapelle erstmals erwähnt - und um 1500 die Errichtung des Glockenturmes. Neben der Kirche liegt das alte Pfrundhaus aus dem 17. Jahrhundert, welches bis Mitte 1948 Dorfschulhaus war. 1981 renoviert, dient es heute als Gemeindezentrum. Zuckerbäckerin Russland Die wirtschaftlichen Verhältnisse zwangen viele Einwohner besonders im 18. und 19. Jahrhundert zur Auswanderung und in fremde Kriegsdienste. So waren einige Auswanderer ab 1830 als Zuckerbäcker in Russland tätig, Knaben wurden als Schwabengänger verbirgt. Lohn ist eine reine Landwirtschaftsgemeinde, wobei Viehzucht den Schwerpunkt bildet- Das rare Angebot an Arbeitsplätzen zwingt viele der jungen zur Abwanderung oder zumindest zum Pendeln. Ober eine Tourismusförderung herrschen kontroverse Meinungen. Heute suchen einige wenige Feriengäste, meistens Familien, regelmässig die Ruhe des schönen Bergdorfes auf.
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